Fritz Kalkbrenner

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  • Freitag, 17. März 2017
  • Velodrom
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Veranstalter: New Berlin Konzerte

Mit seinem neuen, vierten Soloalbum "Grand Départ" (VÖ am 14. Oktober 2016) setzt Fritz... mehr

Mit seinem neuen, vierten Soloalbum "Grand Départ" (VÖ am 14. Oktober 2016) setzt Fritz Kalkbrenner konsequent die Richtung fort, die er mit seinem letzten, erfolgreichen Album "Ways Over Water" vor zwei Jahren eingeschlagen hat. Der Ostberliner Sänger, Produzent und Komponist übertrifft sich mit meisterhaften Arrangements und wuchtig-analogen Soundgebilden, in deren präzisem Sound-Design man sich gerne verliert. "Grand Départ" (der Starttag der Tour de France) steht bei Kalkbrenner symbolisch für den großen Aufbruch von einer kreativen Idee hin zu einem Gesamtkunstwerk, das den Titel eines "Albums" tatsächlich verdient. Hier handelt und denkt der Künstler bewusst antizyklisch: Vom Album als Format, seit Jahren immer wieder gerne totgesagt, auch und ganz besonders leidenschaftlich im Genre der elektronischen Musik, kann und will er nicht ablassen. Ihn beschäftigt auch im Zeitalter selbstkuratierter Playlisten noch das perfekte Sequencing.

 Aus dem gängigen Rahmen von Techno- und House-Musik hat sich der Sound von Fritz Kalkbrenner über die genannten Alben immer weiter entfernt. Seine größten Hits wie "Get A Life", "Facing The Sun" oder "Back Home" - letzterer erreichte sogar Gold in Deutschland und der Schweiz - basierten auf sanften, souligen House-Beats mit Gitarre und Gesang. Als Jugendlicher entdeckte Kalkbrenner den HipHop und die House-Musik und begann, den Samples in diesen Collagen nachzuspüren. Er liebte den Groove, aber er liebte auch das musikalische Handwerk, wie es in der Soulmusik der späten sechziger und frühen siebziger Jahre zur Perfektion getrieben wurde. Heute schlagen in Fritz Kalkbrenners Brust zwei Herzen, das eines Produzenten und Songwriters, aber auch das eines Sängers und Texters. Konkret lässt sich das am Anteil der Vocal-Stücke bemessen, der von Album zu Album zugenommen hat und auf "Grand Départ" nun bei gut zwei Dritteln im Verhältnis zu einem Drittel reiner Instrumentalstücke liegt.

 Deep House nannte man damals™, in Kalkbrenners Jugend, die "tiefe" Tanzmusik vor allem afroamerikanischer Produzenten aus Chicago und Detroit. Längst hat der Begriff eine fundamentale Bedeutungsverschiebung erfahren. In Kalkbrenners Musik geht es um die Erhaltung eines Qualitätsmaßstabes, den außer ihm nur noch wenige Kollegen in der elektronischen Tanzmusik einzuhalten imstande sind. In den neuen Stücken kombiniert Kalkbrenner melancholische Schwere mit etwas sehr Kraftvollem: "Party and Bullshit", um mit The Notorious B.I.G. zu sprechen. Und mit "Again" oder "Heart & Hands" sind auch auf "Grand Départ" wieder Stücke enthalten, die groß genug gedacht, angelegt und komponiert sind, dass sie ein enorm breites Anschlusspotenzial in sich tragen. Dabei verlassen sie sich aber nicht auf ein wie-auch-immer-geartetes Rezept, und wenn doch, dann einzig und allein auf das der Qualität des Songs.

 "Grand Départ" ist ein großes Album, ein Statement eines Nonkonformisten, der sich nicht aus sturem Prinzip rückwärtsgewandt gibt — der aber auch nicht bereit ist, seine hohen Maßstäbe auf die Ebene allgemeiner Indifferenz herunterzufahren.

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