Car Seat Headrest

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  • Freitag, 17. März 2017
  • Musik & Frieden
  • 20:00

Veranstalter: Fremdveranstalter

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“One of the most exciting records we have ever heard, hands down” - NPR über "Teens of Style" (2015)

"Eine Erscheinung wie Car Seat Headrest alias Will Toledo betritt alle zehn Jahre oder seltener die Bühne. (...) Hier geht es um nichts anderes als um eine unbändige Lust am Musizieren." - Eclipsed

In Zeiten von Internet 2.0, Social Media-Hypes und Bandcamp ist es in den Anfangstagen von Bands nicht unbedingt nötig bei einem Label gesigned zu sein, um seinen musikalischen Output der Welt zugänglich zu machen. So hat Will Toledo als Car Seat Headrest innerhalb der letzten fünf Jahre einen beeindruckenden Veröffentlichungsmarathon von elf Alben via Bandcamp absolviert, was ihm eine treue Hörerschaft und über 25.000 Downloads einbrachte. Ganz ohne Manager, Label, Agenten oder Publizisten – bis zuletzt schon “Teens of Style” als Art „Best-Of-Up-To-Now“ via Matador/Beggars erschienen ist! Das aktuelle Album "Teens of Denial" (2016) ist das erste Car Seat Headrest-Album mit neuen Songs, das über klassische Label-/Vertriebswege erscheint.

Doch alles auf Anfang: 2010 begann Will Toledos Schaffen als Car Seat Headrest als der damals 17-Jährige sich zur Aufnahme seiner Vocals in das Auto der Eltern zurückzog, wo er ungestört werkeln konnte. Dabei entstanden erstaunliche Coming Of Age Songs, geprägt von der scharfen und empathischen Beobachtungsgabe eines Teenagers, der sich mit Themen wie Vergänglichkeit, Tod, Liebe, Depression, alkoholgeschwängerten Partys und Theologen des zweiten Jahrhunderts auseinandersetzt. Gleichzeitig überrascht Toledo aufgrund seiner blühenden Phantasie, die gerne mal im selben Song von verspielt jugendlich zu sexuell explizit zu nachdenklich bedrückt alle Gefühlsebenen der Pubertät abdeckt! Diese Art des Songwritings, kombiniert mit der konzeptionellen Ambition war schon in den Anfangstagen der Laptop-Aufnahmen von Car Seat Headrest zu finden und hat sich bis heute weiter entwickelt.

Nach seinem Umzug in einen Vorort von Seattle 2014 fand Toledo dort in Bassisten Ethan Ives und Schlagzeuger Andrew Katz Komplizen – „Teens of Style“ war das erste Bandalbum des Trios und klingt lebhafter und kraftvoll, ohne sich auf eine stilistische Richtung festlegen zu wollen. Elektronische Psychedelic Nummern folgen auf Punk Hymnen, gefolgt von melancholischen Akustik-Songs. Diese Einflüsse gibt es nun auch auf dem mittlerweile 13. Car Seat Headrest-Album „Teens of Denial“ – aber von Stillstand und Wiederholung kann keine Rede sein! Das zweite Album auf Matador zeigt Toledo und Co. zum ersten mal als komplette Band, im Studio und in Zusammenarbeit mit einem Produzenten (Steve Fisk). Der DIY-Schlafzimmer-Pop weicht einem neuen, eher klassischen Rock Gewand und nähert sich, gerade im Bezug auf die Erzählhaltung des Musicaholics und Frontmanns Toledo, den großen Vorbildern Cars, Pavement, Jonathan Richman, Wire und William Onyeabor.

Die elf Songs des neuen Albums „Teens of Denial“ nehmen den Hörer mit auf eine sehr persönliche Reise in das innere eines Mid-Zwanzigers im 21. Jahrhundert – einem Produkt des Informationsüberangebots, der Einsamkeit, die daraus resultieren kann und dem Ausweg, den die Musik bieten kann. Angeführt von Wills mysteriösen Kumpel/Alter-Ego Joe. Persönliche Verpflichtungen, Verzweiflung, die Suche nach seiner Identität, die Bibel, der Himmel – Punchline, um Punchline nimmt sich Toledo die großen, wie die kleinen (Air Jordans, Polizisten, ob man noch ein Bier trinken sollte und warum er sein Backpack verloren hat) Themen vor.

Im Mittelpunkt des Albums steht dann das über elfminütige „Ballad of the Costa Concordia“, das in einem Song mehr musikalische Ideen beinhaltet, als manche komplette Alben! Bläser, Keyboards, ein elegantes instrumentales Interlude, das in Garage-Momenten brandet, lebhafte Vocal-Melodien, gefolgt von Punk-Ekstase! Der egoistische Kapitän des 2013 im Mittelmeer gekenterten Kreuzfahrtschiffs wird dabei zur Metapher für die Kämpfe des Individuums in der heutigen Gesellschaft, erlebt von einem verkaterten jungen Mann an der Grenze zum Erwachsenwerden.

„Teens of Denial“ reflektiert dabei Toledos persönliche Geschichte, eines aufgrund von kulturellen Prüfsteinen schweren Jahres - ähnlich wie in der Biographie von Frank Sinatra, der Evolution der Ich-Generation, wie sie in Mad Men gezeigt wurde, plus Elemente von östlicher, wie westlicher Theologie. Damit stellt das Album konzeptionell, lyrisch und von der musikalischen Ambition genau das dar, was der Musik im 21. Jahrhundert bisher abgegangen ist.

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