Methyl Ethel

Methyl Ethel
20,30 € *

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

  • Dienstag, 14. März 2017
  • Kantine am Berghain
  • 19:00
  • 20:00

Veranstalter: Trinity Music

Wenn das australische Trio Methyl Ethel auf die Bühne kommt, kommt es, um alle abzuholen.... mehr

Wenn das australische Trio Methyl Ethel auf die Bühne kommt, kommt es, um alle abzuholen.

Kaum sind die Instrumente aufgedreht, hebt der Dreier ab in eine weithin transzendentale, nicht greifbare und mystische Klanglandschaft aus Dream-Pop. Psychedelic-, Shoegaze- und Alternative-Rock, gespickt mit Akkorden voller Sehnsucht und einer Atmosphäre zwischen Euphorie und Beklemmung, gesungenem Glück und besungenem (Selbst-)Zweifel. Mit großer Inbrunst lassen sich Methyl Ethel in die Songs ihres europaweit im Februar veröffentlichten Debütalbums „Oh Inhuman Spectacle“ fallen und laden jeden ein, mitzukommen. Wie viele mittlerweile weltweit dieser Einladung gern folgen, überrascht niemanden mehr als die Band selbst – deren Sänger, Gitarrist und Kopf das Album in vollkommener Isolation in einem Ferienhaus im australischen Nirgendwo aufnahm und produzierte – und nun mit diesen entsprechend intimen und persönlichen Stücken und zwei Freunden um die ganze Welt tourt. Anfang 2017 kommen Methyl Ethel, die nicht nur dank ihrer Herkunft Perth schon jetzt häufig mit Tame Impala verglichen werden, nach Europa. Am 13. und 14. Februar kommen sie für zwei Konzerte in Hamburg und Berlin nach Deutschland.

Natürlich hatte der Gitarrist, Songwriter, autodidaktische Multiinstrumentalist und grundsätzliche Nachdenker Jake Webb schon vorher Musik erdacht und aufgenommen. Etwa zwei thematisch zusammenhängende EPs mit den Titeln „Guts“ und „Teeth“, deren Namen nicht nur inhaltlich, sondern auch klanglich Programm waren – und damit ziemlich ambitioniert für einen Debütanten aus Perth, der sich mit einer lokalen Szene messen muss, der mit Formationen wie Tame Impala, Sleepy Jackson, Empire of the Sun oder Ariel Pink zuletzt eine globale Bedeutung als Wiege eines neuen, versponnenen, aber auch eingängigen Dream- und Psychedelic-Pop zugesprochen wurde. Auch, um sich von dem Sound dieser Stadt frei zu machen, mehr aber noch, weil „ich nur dann gut arbeiten kann, wenn sich in meiner Umgebung weit und breit keine Menschenseele befindet“, zog Webb mit einem Achtspur-Recorder und einem Haufen Instrumente in das Ferienhaus seiner Eltern, 400 Kilometer von Perth und damit von der nächsten größeren Zivilisation entfernt.

Was dort entstand und von dem befreundeten, sonst eher aus dem LoFi der dunklen, knarzenden Soundlandschaften kommenden Studio-Engineer Chris Wright mit Mut und Eigensinn nachbearbeitet wurde, ist schwer in Worte zu fassen. Inspiriert von Bands wie Radiohead, The Flaming Lips, Sparklehorse, Animal Collective oder MGMT, tanzte Webb auf den Genres, spielt mit Sounds, Rhythmen und subtilen Störgeräuschen und vergräbt sich in einer facettenreich tönenden Innenschau, die unmittelbar berührt und die Gedanken beflügelt. Alles! Genau das sei das Ziel einer Musik, so Webb, wie man auch an dem vorsätzlich abstrakten Bandnamen Methyl Ethel sehen könne: Hinter und in der Musik soll sich alles auflösen, was dinglich und konkret ist, zu einer amorphen Masse werden, bis hin zu den Musikern selber.

Wie gut dies funktioniert, konnte Webb bereits kurz nach der australischen Veröffentlichung von „Oh Inhuman Spectacle“ ablesen: Überschäumende Kritiken im Feuilleton, aber auch höchste Rotation im Radio sowie der lautstarke Ruf nach einer landesweiten Tournee folgten umgehend. Mit seinem Studio-Vertrauten Wright am Bass sowie dem ebenfalls eng befreundeten Drummer Thom Stewart entwickelte sich Webbs farbenprächtige Vision eines einfallsreichen Psychedelic-Solotrips zu einer knackigen, tighten und jederzeit zu Überraschungen neigenden Band-Unternehmung. Seither schlägt Methyl Ethel auf jedem Kontinent größte Begeisterung entgegen. Und erst Recht in ihrer Heimat, wo die Band als erster Newcomer überhaupt gleich zwei Jahre hintereinander den bedeutenden West Australian Music Award in der Kategorie „Best Pop Song“ verliehen bekam. Und die nächste große Ehrung könnte bereits in Kürze anstehen mit ihrer diesjährigen Nominierung zum Australian Music Prize – an der Seite der ebenfalls nominierten Tame Impala.

Zuletzt angesehen