Rebeca Lane

Rebeca Lane
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  • Montag, 23. Januar 2017
  • Privatclub
  • 19:00
  • 20:00

Veranstalter: Trinity Music

Rebeca Lane ist „poet, rapper, sociologist, activist and Hip Hop educator“, heißt es im... mehr

Rebeca Lane ist „poet, rapper, sociologist, activist and Hip Hop educator“, heißt es im Pressebuch der Künstlerin, und tatsächlich ist die 32jährige ein veritables Multitalent. Sie erlebte als Kind das Ende des Bürgerkriegs und dessen Nachwehen in Guatemala und arbeitete schon als junge Frau in Initiativen mit, die die Gräuel der Militärdiktatur aufdeckten. Im Zuge ihrer Politisierung fand sie heraus, daß Frauen im politischen und kulturellen System ihres Heimatlandes kaum Führungsrollen einnahmen, und Rebeca Lane wurde Feministin. Insbesondere wurde sie kulturelle Aktivistin, verschiedene Formen von Kultur, besonders Theater, Literatur und Musik, wurden ihre Anliegen.

Als Lyrikerin und Rapperin beschäftigt sie sich in ihren Texten mit ihrer Rolle als Frau, mit dem in Mittelamerika sehr starken Machismo, nicht zuletzt aber auch mit Kolonialismus (etwa 60% der Bevölkerung Guatemalas sind Indigene, meist Mayas) und Militarismus. Ihre Arbeit als Hip-Hop-Lehrerin in ärmeren Stadtvierteln von Guatemala City – um jungen Frauen in der durchaus sexistischen Hip-Hop-Kultur gleiche Möglichkeiten zu geben – ist ihr ebenso wichtig wie die als studierte Soziologin – es wird nicht viele Rapperinnen weltweit geben, die auf ihrer Homepage noch vor der Kategorie „Poetry“ ein Kapitel mit „Academic Writings“ führen…
Bekannt wurde Rebeca Lane mit ihrer „Cumbia de la Memoria“, einem Song, der die Verbrechen des Bürgerkriegs und den Völkermord der Militärs an der indigenen Ethnie der Maya-Ixil anprangert. „Dieses Stück hat viel mit meiner persönlichen Geschichte zu tun, denn meine Tante wurde von den Militärs verschleppt; sie ist nie wieder aufgetaucht“, sagt Rebeca Lane zu diesem Song.

Rebeca Lane ist Teil der Hip-Hop Posse „Ùltima Dosis“.
Zuletzt war Rebeca Lane als Teil der von ihr mitgegründeten „Somos Guerreras“-Vereinigung („Wir sind Kriegerinnen“) auf Tour, einer Gruppe von mittelamerikanischen Rapperinnen, die in Mittelamerika und Mexiko zwei Monate unterwegs waren, eine Tour, die weltweit Schlagzeilen gemacht hat.

Im August 2016 ist das neue Solo-Album von Rebeca Lane erschienen, ihr drittes (und das erste, das auch weltweit erscheint, zunächst einmal, wie bei Hip-Hop-Künstler*innen üblich, digital, auch bei Spotify oder iTunes). Auf ihrer ersten „richtigen“ Europatour im Januar/Februar 2017 wird sie nicht nur neues und „altes“ Material spielen, sondern bietet auch vorab einen kleinen Workshop bzw. eine Lecture über die aktuelle Situation in Guatemala an, mit Schwerpunkt auf der Situation von Frauen, von HipHop usw.

„Die Klagen der Kriegerinnen. ‚Con la mano pa‘ arriba‘, rufen Dutzend Frauen vor der Bühne am Bazar del Monu in Ciudad Juárez – und strecken einen Arm in die Höhe. Die meisten singen den Text von ‚Estilo Natural‘ mit und verfolgen jede Bewegung der Frau auf der Bühne. Rebeca Lane heißt die 31-Jährige aus Guatemala, die mit melodischem Rap, intelligenten Texten und kräftiger Stimme für die Rechte der Frauen in Mittelamerika eintritt.
‚Das ist überfällig‘, erklärt die Soziologin, die Gedichte schreibt und vertont. ‚Ich bin über Forschungsprojekte zu Straßenkunst und Hip-Hop gekommen und habe dann selbst zum Mikrofon gegriffen‘, erzählt sie. Mit zwei Alben und ein paar Singles hat sie auf sich aufmerksam gemacht. ‚Estilo Natural‘ stammt vom zweiten, ‚Poesía Venenosa‘, welches noch melodischer geraten ist als das Debüt ‚Canto‘. (…)
Die Frauenmorde von Ciudad Juárez unterstreichen das genauso wie die erschütternden Statistiken über Vergewaltigungen und häusliche Gewalt in Guatemala, El Salvador oder Honduras. Das hat Rebeca Lane zu Songs wie ‚Mujer Lunar‘ inspiriert.“
(Neue Zürcher Zeitung)

„How Latin-American women are changing hip-hop.
Guatemala City rapper Rebeca Lane has a similar experience of the Latin American hip-hop scene. In her 2012 song ‘Bandera Negra’ (‘Black Flag’) she takes a swipe at Latino MCs who use misogynist and homophobic language to insult one another, or who make puerile boasts about their huevos (eggs, meaning balls): ‘I’ve got a million eggs in each ovary. That doesn’t make me any more of a woman, or you less of a man,’ raps Lane. ‘The level of gender violence in freestyle rhyming battles, and in mainstream rap, can be horrific,’ she adds.
Lane and Roja are part of a new generation of Latin American female MCs whose lyrics touch on some of the issues facing the region’s women – and celebrate the resilience and sheer huevos it takes to exist as a woman at all. The issues in question include a deep-rooted lack of equality; inadequate access to healthcare, sex education, contraception and abortion; human trafficking; domestic and public violence, rape and femicide. (…)
Although there’s no shortage of highly commercialised versions of the genre in Latin America, says Lane, there’s also an underground hip-hop scene and it’s thriving. Take Guatemala, she says, still one of the most violent countries in the world, despite the 1996 peace agreements that ended the country’s 36-year, genocidal civil war. Lane’s aunt disappeared in 1981, one of 200,000 Guatemalans killed during almost four decades of bloodshed. The hip-hop scene, she says, has played a healing role for some of the postwar generation: ‘It gives young people ways of organising beyond armed conflict, beyond military or gang violence.’ Hip-hop itself was born in a similar atmosphere, Lane notes, ‘in the Bronx in the 1970s, once the gang wars had subsided.’
‘Hip-hop isn’t dead – it’s just been learning Spanish’.
(The Guardian)

„…eine der angesagten Rapperinnen der Region: Rebeca Lane.
Die reimende Soziologin wird in Guatemala verehrt, weil sie in ihren Texten die Gewalttaten der Militärs zur Zeit des Bürgerkriegs (1960 bis 1996) anspricht, für die Rechte der Frauen eintritt und Partizipation in einer zutiefst patriarchalen Macho-Gesellschaft einfordert. Das hat der 31-jährigen Künstlerin, die nicht nur rappen, sondern auch singen kann, viel Respekt in der linken, feministischen Szene eingebracht.“ (taz)

Feature über Rebeca Lane auf Noisy (März 2016):
„Life as a female rapper in Guatemala, one of the most dangerous places on earth to be a woman”

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